BEWEGUNG TRIUMPHIERT ÜBER PERFEKTION
DER VORTEIL EINES SCHLECHTEN ENTWURFES

Vom schlechten Entwurf zum fertigen Ergebnis mit GTD

Es ist 23:00 Uhr am Tag vor meinem Abgabetermin eines Artikels für eine bedeutende Zeitung. Und was mache ich? Ich versuche, mir einen Film anzusehen.

Warum versuchen? Naja, es ist schwer, sich auf eine Handlung zu konzentrieren, wenn ich davon überzeugt bin, kurz davor zu sein, vor Angst zu sterben – trotz einiger Wochen Recherche, einem Dutzend Interviews und beinahe ständigem Nachdenken über den Artikel – ich habe noch nichts geschrieben.

Nada. Niente. Nichts. Nicht ein einziger Gedankenfetzen wurde zu Papier gebracht, ungeachtet der brillanten Ideen, die mir durch den Kopf gingen. Während sich der Druck aufbaut und ich mich langsam in die Gefahrenzone begebe, frage ich mich zum wiederholten Male: „Wie habe ich das geschafft, schon wieder?“

 

Wenn ich ein Jahrzehnt vorspule, habe ich einige Antworten darauf.

 

Das oben Genannte ist eine Momentaufnahme aus einer Zeit, in der ich versuchte herauszufinden, was ich werden will, wenn ich erwachsen bin und mich am Freelance-Journalismus versuchte. Die Wahrheit ist, dieser Moment könnte aus jeder Zeit meines Lebens stammen: von dem Moment an, in dem uns Miss Mitchell in der 3. Klasse bat, schriftliche Arbeiten einzureichen (meines Wissens nach bekam sie nie welche, abgesehen von Tests in der Schule). Seitdem habe ich einige Dinge gelernt:

Ich genieße das Gefühl, etwas geschrieben zu haben, mehr als ich das Schreiben eigentlich mag.

Wenn ich meinen Lebensunterhalt als Schriftsteller verdienen müsste, wäre es wahrscheinlicher, dass ich aufgrund von Schmerzen, Stress und Angst als durch Hunger sterbe.

Ich bin ein viel besserer Redakteur als Schriftsteller.

Dies fand ich heraus, als ich gefragt wurde, ob ich die Arbeit von anderen überarbeiten könnte, bevor sie gedruckt wird und – im Vergleich zu meinen Erfahrungen beim Schreiben – war ich immer davon überrascht, wie einfach es ist, Fehler zu entdecken, wertvolle Änderungen vorzunehmen und alles schnell und einfach zusammenzubringen.

Es dauerte ein paar Jahre, bevor ich eins und eins zusammenzählte und erkannte, dass dies auch für meine eigene Arbeit galt.

 

Das Problem war mein Schreibprozess, der sich ungefähr so abspielte:

  • Auftrag erhalten
  • Gelegentlich über Auftrag nachdenken
  • Für den Auftrag recherchieren
  • Öfter über den Auftrag nachdenken
  • Mehr recherchieren/Interviews machen/etc.

 

(Abgabetermin nähert sich)

Wie besessen über den Artikel nachdenken und sich Sorgen darüber machen, dass die 1,2 Millionen Leser der FT Weekend am Ende doch – sehr öffentlich – merken, dass ich ein Betrüger bin.

 

(23:00 Uhr, Abgabetermin morgen)

Anfangen zu schreiben, darüber verzweifeln, wie schlecht der erste Entwurf ist, Fernsehen und versuchen zu vergessen, dass ich drauf und dran bin, als inkompetenter Betrüger entlarvt zu werden.

Zurück zum Überarbeiten, Schreiben, Überarbeiten, Schreiben, Überarbeiten, Schreiben, Überarbeiten (ich denke, Sie haben es verstanden), bis der Abgabetermin schon einige Stunden verstrichen ist.

Zur Veröffentlichung mit der Überzeugung einsenden, dass er noch nicht fertig war und noch lange, nachdem er im ganzen Land zu lesen ist, darüber Sorgen machen.

Sogar in einer Welt, in der Druck zur Kreativität gehört – und ich denke, das trifft auf mich zu – ist dies keine gute Sache mehr, wenn die Angstzustände nicht mehr nützlich sind, sondern in Lähmung und Selbstgeißelung übergehen. Dies ist ein ganz schlechter Weg, um Schriftliches hervorzubringen.

Ich brauchte einen neuen Prozess und dieser entwickelte sich langsam – eher zufällig als geplant – dank des Einsatzes von einfachen Hilfsmitteln, die wir bei GTD vorschlagen.

 

Neuer Prozess:

  • Ständig zufällige Ideen für mögliche schriftliche Werke sammeln.
  • Ideen verarbeiten und in einer Liste mit dem Namen „Blog-Ideen“ sammeln, Kopf von allen verfügbaren Inspirationsfragmenten zu dem Thema befreien.
  • Wenn neue Ideen zu dem Thema einfallen, auf der Liste von Blog-Ideen sammeln, verarbeiten und sie organisieren.
  • Wenn die Zeit zum Schreiben gekommen ist, nach etwas suchen, das „bedeutungsvoll“ ist und los geht’s.

 

Dann, so schnell wie möglich einen sehr schlechten, unsagbar schlechten Entwurf verfassen (Prototyp).

Das zuvor Erwähnte in einen sehr schlechten Entwurf verwandeln.

Das zuvor Erwähnte in einen schlechten Entwurf verwandeln.

Das zuvor Erwähnte in einen Entwurf verwandeln.

Das zuvor Erwähnte in einen zumutbaren Entwurf verwandeln.

Das zuvor Erwähnte in einen annehmbaren Entwurf verwandeln.

Das zuvor Erwähnte in einen guten Entwurf verwandeln.

Das zuvor Erwähnte einigen Leuten zeigen, auf deren literarische Meinung ich vertraue.

Bearbeitungen akzeptieren, ohne mich oder sie, für die Frechheit das zu tun, worum ich sie gebeten habe, umbringen zu wollen.
Zur Veröffentlichung einsenden.

 

Nettoergebnis: viel mehr schriftliche Arbeit, viel weniger Schmerz und Stress.

 

Der Schlüssel dazu? In Bewegung kommen. Indem ich die Latte bei jedem Schritt des Prozesses tief lege, erwacht mein mir innewohnender Kritiker nicht und ich kann nach vorne schauen. Indem ich den Prozess aufteile und meine Standards in jeder Prozessphase niedrig halte, ist es für mich einfacher, auf dem gesamten Weg „erfolgreich zu sein“. Indem ich zum Beispiel einfach Ideen sammle, die vielleicht – eines Tages – hilfreich sein könnten, schaffe ich eine Ideensammlung, die in meinem Unterbewusstsein „arbeitet“. Dies führt zu mehr Ideen zu diesen Themen, die auch gesammelt werden und auf die Liste kommen.

Wenn es dann zum Schreiben und dem unsagbar schlechten Entwurf geht, tja, wie schlecht kann ich den eigentlich machen? Lasst uns dabei etwas Spaß haben!

Wenn alles niedergeschrieben ist, kann ich es dann überarbeiten und ich weiß, dass ich darin richtig gut bin. Das Problem war, dass ich immer alles genau im Kopf haben wollte, über Dinge brütete, die ich nie erfasst hatte und dann versuchte, mich an die Inspirationsmomente zu erinnern, sobald ich mich zum Schreiben hinsetzte.

Ich kann nicht für Qualität bürgen (das oben Geschriebene mag Ihnen gefallen oder nicht), aber ich weiß, dass Miss Mitchell sehr, sehr froh darüber wäre, dass Sie wenigstens irgendetwas lesen.


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